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Hilfen zur Erziehung

Aufsuchende Systemische Familientherapie

Dieses Angebot wurde auf der Grundlage des von Frau Dr. Marie-Luise Conen entwickelten Ansatzes zur therapeutischen Arbeit mit Multiproblemfamilien - zunächst als Modellprojekt der Stadt Leipzig - im Kooperationsverbund mehrerer Leipziger Träger entwickelt.

Die Triade GbR ist Mitglied im Kooperationsverbund „ AFT +“.

Neben der Triade GbR sind der Caritasverband Leipzig e.V., Jugendhaus Leipzig e.V. und Plan L e.V. Mitglieder dieses Kooperationsverbundes.

Annett Engelmann ist als Koordinatorin dieses Kooperationsverbundes tätig und unter 0163/2307186 erreichbar.

In folgenden besonderen Lebenslagen kann unser systemisch - familientherapeutisches Unterstützungsangebot wirken:

  • im Vorfeld einer drohenden außerfamiliären stationären Unterbringung von Kindern / Jugendlichen zur Vermeidung von Trennungen
  • bei einer erforderlichen zeitlich begrenzten stationären Unterbringung ( Fremdplatzierung ) von Kindern / Jugendlichen als paralleles Angebot um den Kontakt und die Kommunikation der Familienmitglieder aufrechtzuerhalten oder zu ermöglichen und Erarbeitung einer gemeinsamen Basis des Zusammenlebens ( Rückführung)
  • bei sexuellen Übergriffen
  • bei psychischer und physischer Gewalt
  • bei Problemen in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen
  • bei psychischen Erkrankungen der Eltern
  • bei Familien, die bereits mehrere Lösungsversuche unternommen haben (u.a. Beratungsstelle, Psychiatrie, Suchtklinik, andere Hilfen zur Erziehung)

Ziele:

Familien sollen bei der Bewältigung von Problemen und Krisen, die sich oft in Symptomen der Kinder äußern, unterstützt und in ihrer Einheit als Familie gestärkt werden. Die Ressourcen des gesamten Familiensystems werden dabei genutzt und die Beziehungen und Rollen geklärt mit dem Ziel einer gelingenderen Kommuni­kation zwischen den Familienmitgliedern. Eine Trennung zwischen Eltern und Kindern durch stationäre Hilfen zur Erziehung ist möglichst zu vermeiden.

Ist eine stationäre Hilfe zur Erziehung für Kinder/ Jugendliche dennoch erforderlich, kann die Familie familientherapeutisch begleitet und die Trennung auf ein zeitlich unbedingt notwendiges Mindestmaß begrenzt werden.

Bei vorliegender Rückkehroption ist diese schnellstmöglich umzusetzen, damit gemeinsam mit allen Familienmitgliedern vor Ort an den Zielen der Entwicklung erzieherischer Kompetenzen gearbeitet werden kann.

Das Familiensystem wird in seiner Gesamtheit betrachtet und die Familie unterstützt, ihre eigenen Kräfte und Fähigkeiten so zu nutzen und zu entwickeln, dass sie lernen, mit kritischen Situationen und Konflikten erfolgreicher umzugehen und Beziehungen neu zu gestalten. Langfristig ist damit angestrebt, dass die Familie unabhängig/er von der Inanspruchnahme wechselnder und/oder lang andauernder erzieherischer Hilfen wird.

Einzelne Ziele in der Arbeit können beispielsweise sein:



  • Stärkung der Familie für eigenverantwortliche Lebensgestaltung
  • Arbeit mit Paar an Elternebene, Erziehungsverantwortung und Rollenklärung
  • Beendigung des sexuellen Missbrauchs in der Familie und Grenzsetzung bei
  • sexuellen Übergriffen;
  • Grenzsetzung bei physische und psychische Gewalt im Familiensystem, beim Suchtverhalten im
  • Familiensystem, beim Umgang mit delinquenten Verhalten, bei Trebe;
  • Umgang des Familiensystems mit Schulverweigerung;
  • Erarbeitung eines geeigneten Ortes für Kinder/Jugendlichen
  • Verhinderung von Fremdplatzierung;
  • Rückführung aus stationärer Hilfe.

Zeitperspektive der Hilfe:

In der Regel wird die Erreichung der Ziele bei einer Anzahl von maximal 26 Sitzungen als Richtwert angenommen. Die angestrebte Dauer der Hilfen allgemein ist 6 – 12 Monate.

Arbeitsprinzipien und Methoden

Die Verantwortung für die Lösungen bleibt bei der Familie und die Erziehungsverantwortung für das Kind bleibt bei den Eltern / Personensorgeberechtigten.

Die Arbeit orientiert sich an der Wertschätzung und den Ressourcen der Familie. Diese Grundhaltung ermöglicht es der Familie erst, ihre Problemlösefähigkeiten zu erkennen und zu erweitern.

Arbeitsform ist die Co-Therapie, d.h. jeweils zwei TherapeutInnen arbeiten konstant mit einer Familie.

Der Schwerpunkt liegt in der aufsuchenden Arbeitsweise. Die Arbeit findet überwiegend in der Wohnung der Familie statt.

Durch das Hingehen der TherapeutInnen zu den Familien, sollen auch Familien erreicht werden, die aufgrund ihrer Lebensbedingungen und Erfahrungen aktuell andere Therapieangebote nicht nutzen können, zu denen sie regelmäßig hingehen müssten. Insofern kann das Angebot als niedrigschwelliger bezeichnet werden.

Die Arbeit erfolgt mit systemtherapeutischen Techniken und Methoden wie z.B.: Formen der Hypothesenbildung und –prüfung, Gesprächstechniken, Zirkuläres Fragen, Reflecting-Team-Methode, positives Konnotieren, GenogramMitarbeiterInnenrbeit, Klärung von Familienmustern/Traditionen/Rollen/generationenübergreifenden Familienaufträgen, Rollenspiele, Übungen, Skalierungen, Aufträgen, Hausaufgaben, Skulpturen, Beobachtung, Nutzung von Ritualen, Einbeziehung von Symbolen, Arbeit am Lebensflussmodell, grafische Darstellungen, Formulierung von Handlungsvorschlägen, Vergleichen.

Es ist notwendig nach dem Phasenmodell von M.L. Conen zu arbeiten, um qualitative Veränderungen im Sinne der Nachhaltigkeit in den anders ausgerichteten Familienstrukturen zu erreichen.

AFT setzt nicht immer Motivation voraus, daher kann im Falle der Gefährdung des Kindeswohles bei gleichzeitigem Wunsch der Eltern, ihre Kinder bei sich zu haben, entweder ein Personensorgerechtsentzug mit Auflage die Hilfe anzunehmen vor Gericht vom ASD eingeleitet werden oder nur durch dessen „Androhung“ eine Arbeitsgrundlage geschaffen werden, die es zunächst ermöglicht, dass die Familie und die AFT+-TherapeutInnen zusammenarbeiten können.

Die Arbeit erfolgt dann im sogenannten „Zwangskontext“.

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