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Arbeit im Gewaltkontext mit 2 Ansätzen

1. Ansatz

Wir arbeiten mit älteren Jugendlichen und jungen Volljährigen, die überwiegend außerhalb des häuslichen Kontextes physische und/oder psychische und/ oder sexuelle Gewalt auf andere Menschen ausüben

Es ist ein spezifisches aufsuchendes Unterstützungsangebot für ältere Jugendliche und junge Volljährige, wenn diese

  • auffällig durch ihr aggressives Verhalten werden
  • auf Grund ihrer Gewalttaten Gerichtsstrafen angedroht bekommen und / oder diese bekommenes zu massiven physischen Übergriffen auf andere Personen im Umfeld durch die Jugendlichen / jungen Volljährigen kommt

und die Eltern Jugendlicher in diesem Kontext ihrer gesetzlichen Erziehungsverantwortung aus verschiedenen Gründen dieser Verantwortung nicht mehr gerecht werden können.
Die Arbeit erfolgt systemisch und zeitlich begrenzt jeweils mit den Personen, die im Hilfeplan von ASD/ JGH festgelegt werden. Bei der Arbeit mit jungen Volljährigen wird aus systemischer Sicht auf das Problem und dessen Lösung versucht, die Familie entsprechend direkt oder zumindest indirekt in die Arbeit mit einzubeziehen.

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass beim Thema Gewalt auf Grund der besonderen Dynamik sowohl eine sehr spezialisierte professionelle Sicht auf dieses Thema als auch teilweise ein co-beraterisches Setting in der Arbeit mit gewaltausübenden Personen notwendig sind. Häufig sind die AdressatInnen auf Grund ihrer Persönlichkeitsstruktur nicht in der Lage, an Gruppensitzungen teilzunehmen.

Ziel der Arbeit mit dem Täter ist das Übernehmen der Verantwortung für das eigene Handeln und die Aneignung neuer Kompetenzen und Handlungsstrategien, so dass

  • Affektsteuerung gelingt;
  • es keine physischen Gewalthandlungen mehr gibt;Erarbeitung von Strategien, die Gewalt ( physische, psychische und/oder sexuelle) verhindern bzw. beenden.
  • Strategien im Umgang mit Aggressionen vorhanden sind;
  • u. a. Schul- und Ausbildungssituationen gewaltfrei zu meistern sind;
  • Lösungsmöglichkeiten im sozialen Umfeld gemeinsam erarbeitet werden;
  • Grenzsetzung durch die Eltern erfolgt;
  • Klare Definition und Einhaltung von Regeln im Familiensystem und anderen Systeme neu - bzw. wiedererarbeitet werden;

2.Ansatz

Wir bieten ein spezifisches systemisch-familientherapeutisches Unterstützungsangebot in akuten und chronischen Krisensituationen für Familien in besonderen Lebenslagen an:

* Familien, in deren häuslichen Umfeld physische und / oder psychische Gewalt ausgeübt wird, d.h. entweder
  • zwischen den Erwachsenen und/oder
  • zwischen Erwachsenen und Kindern/Jugendlichen, d.h. mind. ein Erwachsener übt Gewalt gegen ein oder mehrere Kinder aus und / oder
  • zwischen den Geschwistern

und dadurch die Sicherung der Grundbedürfnisse der Minderjährigen, insbesondere auch des Kindeswohles nicht mehr gewährleistet ist und eine Hilfe zur Erziehung in Form einer Aufsuchenden systemischen Familientherapie notwendig wird.
Wir arbeiten mit Menschen, die physische und/oder psychische Gewalt auf andere Menschen innerhalb ihres familiären Kontextes ausüben oder erleben. Die Arbeit erfolgt mit den Personen, die im Hilfeplan festgelegt werden.

* Wir arbeiten mit Familien, in denen ein Kind / Jugendlicher gegenüber mind. einem Elternteil Gewalt ausübt. Es ist zunehmend die Tendenz zu beobachten, dass immer mehr Kinder / Jugendliche Gewalt gegenüber mindestens einem Elternteil ausüben. Eltern fühlen sich ohnmächtig, wissen nicht, wie sie darauf reagieren können, sehen oftmals eigene Gewalt als einzigste Reaktionsmöglichkeit. Die Rollenaufteilung in der Familie ist sehr diffus, Grenzen schwer erkennbar. Auch für diese Fälle kann unser Angebot sehr hilfreich sein.

* Wir arbeiten mit Patchworkfamilien und Alleinerziehenden, in deren früheren Beziehungen Gewalt ausgeübt wurde und wenn der frühere gewaltausübende Täter noch heute einen großen Einfluss auf die Erwachsenen und Kinder hat (z. B. durch Stalking) und dadurch die Entwicklung und Erziehung der Kinder beeinträchtigt und gefährdet ist.

Ziel der Hilfe ist in den Sitzungen das genaue Reflektieren der Ausgangssituation, das Übernehmen der Verantwortung für das eigene Handeln, Opferempathie, das Erarbeiten möglicher Handlungsalternativen und die Aneignung neuer Kompetenzen und Handlungsstrategien, so dass

  • es keine Gewalthandlungen in der Familie mehr gibt;

  • Strategien im Umgang mit Aggressionen im familiären Alltag vorhanden sind;

  • Gewaltfreie Kommunikation innerhalb der Familie gelingt;

  • Fremdunterbringung des/ der Kinder vermieden werden, Kinder können in der

  • Familie bleiben. (Das ist dann der Fall, wenn ein gewaltfreier Umgang miteinander und damit keine Kindeswohlgefährdung während der Arbeit erfolgt.